14.9.16

Wahlkampf-Nachlese

Meine Lust, den Kommunalwahlkampf 2016 zu dokumentieren, lag bei Null (meine Kamera war kaputt, aber ich war auch nicht motiviert, eine neue zu kaufen). Nur wenige Plakate fielen mir auf, bezeichnenderweise zuerst 2 Motive der lokalen Ersatz-NPD "Die Hannoveraner":
Die Verwendung des linken Slogans "Bunt statt Braun" kann man perfide nennen, clever ist er auf jeden Fall (eigenes Foto).
Das Neue Rathaus mit Minaretten darzustellen als Illustration der angeblich drohenden Islamisierung Deutschlands ist dagegen einfach nur blöd, weil erstens das Gebäude ungeeignet ist als Moschee und außerdem der Denkmalschutz dagegen einschreiten würde. Aber Logik ist Rechten ja prinzipiell egal (siehe auch angeblicher Austausch des deutschen Volkes) (Bilddatei von Hannoveraner-Webseite).
Die Plakate "Der Partei" waren zuerst einfach nur Recycling aus früheren Wahlkämpfen, auch wenn die Inhalte immer noch - und auch zukünftig - passen (Bilddatei von Titanic-Webseite).
Hier dagegen ein Plakat mit einem lustigen Wortspiel und einer Parodie auf das Niedersachsenross (Foto von official-german-translationen.tumblr.com).
Und im Endspurt tauchte dann diese direkte Partei-Antwort auf das obige Hannoveraner-Plakat auf (Bilddatei von blogrebellen.de, aber vermutlich nicht die Originalquelle). Plakate anderer Parteien dagegen waren nur noch zu Gähnen.

12.9.16

Piratenwatch 2016

Es sieht so aus als ob der Piratenwatch im Stadtbezirksrat Südstadt-Bult in eine zweite Runde geht - obwohl einen AfD-Watch hätte ich auch ohne die Piraten gemacht. Nach der vorläufigen Sitzverteilung kommt die AfD mit 1 Sitz neu in den Stdatbezirksrat, dafür haben die Grünen nun nur noch 5 statt 6 Sitze. Ansonsten ist alles beim alten: SPD 7 Sitze, CDU 5 Sitze, je 1 Sitz an FDP, Linke und eben Piraten. Bezirksbürgermeister ist wohl weiterhin jemand von SPD mit einer grünen Vertreteung. Ob Herr Zingler von der Linken weiterhin neben Herrn Siekermann von der FDP sitzen möchte bleibt anzuwarten, wenn neben ihm das neue Bezirksratsmitglied der AfD sitzt ;-), wird sich am 21.9.16.11. am üblichen Ort (Athanasiushaus, Böhmerstraße 8, (Untergeschoss) 30173 Hannover) zeigen, wenn die alten Bezirksratsmitglieder verabschiedet und die neuen Mitglieder vereidigt werden. Die politische Art fängt dann am 16.11 und 14.12 mit der Diskussion um dem Stadthaushalt 2017 wieder an.

Nachtrag 13.9.:
Dies sind wohl die neuen Bezirksratsmitglieder, vorausgesetzt sie nehmen die Wahl an (Zingler wurde auch in den Stadtrat gewählt, keine Ahnung, wie es die Linke mit Doppelmandaten hält):
SPD: Lothar Pollähne, Melanie Reimer, Roland Schmitz-Justen, Petra Adolph, Ewald Nagel, Frank Straßburger, Jasmin Straßburger, Lukas Taplick Ayten Büsel, Michael Gertz
CDU: Dieter Küßner, Ute Krüger-Pöppelwiehe, Jan Alexander Scholz, Fabian Niculescu, Jesse Jeng
GRÜNE: Ekkehard Meese, Dr. Mareike Behmann, Oliver Kluck, Lena Streubel, Theodore Ngueng Mbella Hanne Hintz-Oppelt, Steffen Neumann
DIE LINKE.: Andre Zingler
FDP: Thomas Siekermann
PIRATEN: Peter Weinem
AFD: Dr. Christoph Wichardt Sören Hauptmann

7.9.16

Das Hochhaus

Jeden Dienstag eine neue Etage: www.das-hochhaus.de von katharinagreve.de, Preisträgerin des Max uns Moritz-Preises 2016 für den besten deutschen Comic-Strip, jetzt zu bewundern in der Wanderausstellung der Comic Initiative Wiedensahl.

6.9.16

Das Ding

Foto gefunden im öffentlichen Bücherschrank in dem Buch "Das Ding" von F. J. Wagner - genau, dem Gossengoethe der Blöd-Zeitung - zwischen den Seiten 160/161

29.8.16

Hirnkost goes ...

Heute kam eine E-Mail vom Hirnkost-Verlag, vormals der Verlag des Archivs der Jugendkulturen, mit der Ankündigung eines Titels des mir bisher nicht bekannten österreichischen Jugendforschers Bernhard Heinzlmaier "Anpassen, Mitmachen, Abkassieren. Wie dekadente Eliten unsere Gesellschaft ruinieren". Klingt nicht sehr nach Jugendkulturforschung, oder? "Die Politik ist dabei, zu verschwinden. Übrig bleibt eine Ansammlung von handlungsunfähigen hohlen Gefäßen, genannt Parteien, deren Äußeres zwar adrett aussieht, deren Innenleben aber verrottet ist. Waren früher die Parteien Träger von Ideen, Idealen und Weltanschauungen, sind sie heute genauso opportunistisch wie ein Softdrink-Konzern. Wie die schlimmsten Produkte der Kulturindustrie schmiegt die Politik sich gurrend und schnurrend an die ästhetischen Bedürfnisse des Durchschnittsmenschen an und umgarnt sein Ego mit Treue-, Nutzen- und Sympathieversprechen, von denen sie schon weiß, dass sie sie nicht halten wird. So wie die BesucherInnen eines Helene-Fischer-Konzerts am Ende mit einem Packen Illusionen in ihren freudlosen Alltag zurückgeschickt werden, erwachen die WählerInnen, wenn ihr von der manipulativen Überzeugungskommunikation hervorgerufener Gesinnungsrausch ausgeschlafen ist, mit Kopfschmerzen und leeren Händen dort, wo sie sich immer schon befanden, außerhalb des Interesses der herrschenden politischen Elite." wird der Autor zitiert, versehen mit dem Hinweis, daß der Autor "aber auch den religiösen Totalitarismus und die neuen rechtspopulistischen Bewegungen und Parteien  in der gewohnten Schärfe" analysiere. Der Hirnkost-Verlag von Klaus Farin, Gründer des Archivs der Jugendkulturen, jetzt aber nur noch einfaches Vereinsmitglied, vertreibt u.a. Farins Werke über die Böhsen Onkelz und Frei.Wild, sowie Bücher von Hollow Skai ("Punk. Versuch der künstlerischen Realisierung einer neuen Lebenshaltung") und Klaus N. Frick ("Vielen Dank, Peter Pank"), was eine gewisse inhaltliche Bandbreite belegt. Trotzdem erzeugt die Ankündigung von Heinzlmaiers Buch das merkwürdige Gefühl, dass hier auf eine mögliche rechtspopulistische Leserschar geschielt wird. 20 Empfelungen für ein Buch, dass erst in einer Woche erscheint, sowie der Jubel auf Facebook: "12 Interviews sind bereits vereinbart und wir hatten noch nie so viele Rezensionsanfragen" deuten darauf hin, dass nicht nur ich die Ankündigung als einen Bruch mit der bisherigen Verlagslinie empfinde. An Heinzlmaiers Kritik an der Jugend (hier und hier - Kritik dazu gibt es dort) mag vielleicht einiges stimmen (allerdings, ist das noch JugendkulturFORSCHUNG?), aber muß diese Kritik in der Form rechtspopulistischen Gedöns daherkommen? Oder ist der Unterschied zum Alt-68er-Besserwissertum kleiner als wir das uns wünschen? Auf "gegen Amerika/Kapitalismus" können sie sich jedenfalls einigen. Demnächst auch im Vertrieb von Kopp?