20.6.17

"High Life" - Musikprojekt thematisiert Drogenerfahrungen

Zum zweiten Mal haben aktive und ehemalige Drogennutzer/-innen zusammen mit Studierenden des Bachelorstudiengangs Soziale Arbeit der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) Musik gemacht. Unter dem Namen „High Life“ produzierten rund 45 Klientinnen und Klienten der Frankfurter Suchthilfe und elf Studierende die selbst geschriebenen Songs. Inhaltlich beschreiben sie die Lebenswelten, Gedanken, Probleme, Hoffnungen und Träume von Menschen mit Drogenerfahrungen; durch das Projekt können diese der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Fünf Frankfurter Drogenhilfeeinrichtungen sind beteiligt. Die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit präsentieren die Teilnehmer/-innen und Studierenden am Samstag, 1. Juli um 20 Uhr im Gallus Theater Frankfurt. Der Eintritt ist kostenfrei.

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14.6.17

Bezirksrat Südstadt-Bult Juni 2017

Die heutige Tagesordnung versprach eine eher kurze Sitzung, die Vertreter von FDP und Linke fehlten, ebenso einige andere Bezirksratsmitglieder, und außer mir gab es nur 3 weitere Bürger im Zuhörerraum, wo es doch zwei Beschlussdrucksachen zu den umstrittenen Straßenausbaubeiträgen gab. Die Anträge wurden übrigens erwartungsgemäß von CDU und AfD abgelehnt.

Es gab 2 Anfragen der AfD, einmal zu der Beseitigung der Hinterlassenschaften von Grillparties auf der Hoppenstedtwiese mit der Erkenntnis, dass die Polizei für solche Ordnungswidrigkeiten nicht zuständig ist und der zuständige Parkranger ein zu großes Gebiet überwachen muß, um stündlich auf der Hoppenstedtwiese nach dem rechten sehen zu können. Die zweite Anfrage bezog sich auf eine vermeintlich unverständliche Radwegeführung an der Stresemannallee, allerdings stellte sich die Baumaßnahme als noch nicht abgeschlossen heraus.

Erwartungsgemäß fand der rotgrüne Vorschlag, das Grab von Dietrich Kittner von der Stadt zum Ehrengrab erklären zu lassen, nicht die ungeteilte Zustimmung. Die Äußerung des AfD-Mitglieds, Kittner habe sich doch als Kommunist bezeichnet und der Kommunismus sei eine verbrecherische Ideologie, die mehr Opfer als der Nationalsozialismus gefordert habe, war dann aber doch starker Tobak. Einige CDU-Mitglieder beschränkten sich darauf, zu erfragen, was denn die Kriterien für die Erklärung zu Ehrengräbern seien. Auch wollten sich nicht alle CDU-Fraktionsmitglieder dem Nein der AfD zu diesem Antrag anschließen. Dieter Küssner scheint übrigens gut mit der AfD zu können.

Der in der Mai-Sitzung von der SPD in die Fraktion gezogene AfD-Antrag zu Videoübertragungen aus dem Stadtbezirksrat stand wieder zur Diskussion. Da allerdings selbst der Vertreter der Piraten angesichts des bisher geringen öffentlichen Interesses an den Sendungen und Videos des Lokalsenders H1 über die Ratssitzungen zu dem Schluss kam, dass das Geld anstatt für Videoübertragungen besser für Projekte von Bürgern im Stadtbezirk eingesetzt werde, fand der Antrag außer beim Antragsteller selber keine Zustimmung. Mein Vorschlag dazu, wie der Bezirksrat mehr Öffentlichkeit erzielen könnte, wäre ja, dass die Parteien auch außerhalb von Wahlkampfzeiten mal öffentliche Stände an Markttagen machen könnten.

Ansonsten gab es noch ausufernde Wortbeiträge dazu, ob die Stadt zum Maschseefest zusätzlich sogenannte "Toiletten für alle" aufstellen sollte, ob Bänke an einem Bolzplatz Trinker anziehen oder nicht, ob Rollstuhlfahrer im Stadtbezirk durch Einsatz älterer Straßenbahnen es unbequemer haben als in anderen Stadtteilen, sowie ob Schulen im Stadtbezirk beim Ausbau als Ganztagsschulen gegenüber anderen Stadtteilen bevorzugt behandelt werden sollten - alles Punkte, zu denen ich keine großen Diskussionen erwartet hätte, aber das Selbstdarstellungsbedürfnis einzelner Bezirksratsmitglieder bricht sich trotz geringem Publikum doch immer wieder Bahn.

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8.6.17

Wirtschaftswunder EP

Eigentlich die überzeugendste Produktion, die die Limburger Kapelle Wirtschaftwunder machte. Alles danach war nur Wiederholung und Verfeinerung (jetzt mal "Pop Adenauer" außen vor gelassen). Von der Hysterie von "Allein" bis zur Geräusch-Musik von "Metall" ein einsamer Höhepunkt der ndW.

Wirtschaftwunder EP
Allein/So ist es//Don't listen/Metall
Angelo Galizia (vocals)/Tom Dokoupil (guitar)/Mark Pfurtschneller (keyboards)/Jürgen Beuth (drums)/Jiří Georg Dokoupil (cover)

7"/45 UpM, 1980, Ata Tak/Warning Records WR 06 (download)

19.5.17

Bit's


Nach dem ersten Ende von S.Y.P.H. besuchte die Rhythmusgruppe (Ulli Putsch und Jojo Wolter) Michael Karoli in Frankreich und nahm dabei mit 2 Freunden (Waldemar Kutschma und Gintaras Gaubis) diese Can-artigen Improvisationen auf. Ich nehme an, es waren mehr als die 4 Titel, die auf dieser Maxi erschienen, denn der eine heißt ja "6th byte";-).
Die 4 Tracks erschienen 20 Jahre später mit weiteren Aufnahmen auch auf der CD "Home-Run", aber die zusätzlichen Titel sind Aufnahmen aus Ullip's Trinkwasser Studio in Solingen.

Bit's
"1st Byte" / "2nd Byte" // "3rd Byte" / "6th Byte"

(Pure Freude PF 19, 12", 45 RPM, 1982) (download)

17.5.17

Bezirksrat Südstadt-Bult Mai 2017

Erster interessanter Punkt der Tagesordnung war die Feststellung des Sitzverlustes des zweiten Mitglieds der AfD-Fraktion wegen Wegzugs aus dem Stadtbezirk. Wie mir der andere AfD-Vertreter nach der Sitzung sagte, ist auch der einzige Nachrücker auf der AfD-Liste inzwischen aus Hannover weggezogen.

Die Einwohner*innenfragestunde drehte sich wieder hauptsächlich um die Bebauung auf der Eckgrundstück Wiesenstraße/Moogsgang, wobei sich bei mir der Eindruck verfestigte, dass die Bedenken der Anwohner gegen die Bebauung weniger den Bäumen auf der Grundstück gelten, sondern vielmehr der Angst, dass durch die Bebauung mit mehreren Wohnungen die Parkplätze in der Wiesenstraße knapp werden, insbesondere durch die Tiefgarageneinfahrt. Als der Bezirksbürgermeister die Fragestunde nach 30 Minuten wie angekündigt beenden wollte, überraschte die AfD mit einen Geschäftsordnungsantrag auf Verlängerung um 20 Minuten, der die Zustimmung der übrigen Bezirksratsmitglieder fand.

Als es dann später zur Entscheidung über die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit an der Erstellung des betreffenden Bebauungsplan kam, was bedeutet, dass die ganzen Argumente der Anwohner nun noch mal offiziell eingebracht werden können und von der Verwaltung geprüft werden müssen - und sicher wird schon Geld gesammelt für anschließende Klagen - überraschte die AfD mit dem Vorwurf, die Grünen würden die Ökologie verraten, wenn sie der Bebauung dieses Grundstücks zustimmen würden. Unabhängig davon, dass nur die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit zur Abstimmung stand und nicht der Bebauungsplan selbst, wies der Fraktionsvorsitzende der Grünen daraufhin, dass so etwas wie die Baumschutzsatzung und Ausgleichpflanzungen für gefällte Bäume nur auf Druck der Grünen in Hannover existieren würden, es also ohne die Grünen noch weniger Ökologie gebe. Interessanterweise stimmte die AfD übrigens gegen den Antrag, lehnte also die frühzeitige Bürgerbeteiligung an der Erstellung des Bebauungsplans ab.

Ansonsten gab es eine propagandistische Anfrage der AfD, warum es im Stadtbezirks so wenig Plätze für "sogenannte Flüchtlinge" gäbe, wo doch die "Parteien der Willkommenskultur" hier so gute Wahlergebnisse erzielen. Nun, ein Blick auf den Stadtplan - dichte Bebauung, kaum Bauplätze - hätte das sofort klären können, aber auch andere Parteien machen Anträge nur zum Zwecke der Selbstdarstellung. Der AfD-Antrag zur Übertragung der Bezirksratssitzung im Internet wurde von der SPD in die Fraktion gezogen, der Antrag für größere Abfallbehälter vor der Post in der Schlägerstraße von der Mehrheit abgelehnt mit dem Argument, größere Abfallbehälter würden nur mehr Abfall anziehen.

Der Vertreter der Piraten stellte einen Antrag zum Schutz einer Rasenfläche vor Falschparkern, der mehrheitlich angenommen wurde, nur der AfD waren merkwürdigerweise hier plötzlich Autos wichtiger als Ökologie. Ebenso war ihr Vertreter dagegen, die Beschilderung auf der Alten Bult von Grafittis zu säubern.

Was die Verwaltung auf zwei Anfragen der Piraten, sowie - Überraschung! - eine Anfrage der Linken geantwortet hat habe ich vergessen zu notieren, wird aber sicher in Protokoll der Sitzung stehen.

Sitzungsunterlagen | Protokoll