25.3.07

Grabstein


Rückseite eines Grabsteins auf dem Lindner Berg, ein interessantes Design, dass ich noch auf keinem anderen Friedhof gesehen habe.

24.3.07

Blaues Wunder 6


Das "Blaue Wunder" findet jedes Jahr auf dem alten Friedhof auf dem Lindener Berg in Hannover-Linden statt und bezeichnet die massenhafte Blüte der Scilla. Jedes Jahr wird das Blütenmeer größer und in 10 bis 20 Jahren ist vielleicht das ganze Friedhofsgelände blau gefärbt.

18.3.07

Soweto Street Music


Über diese Doppel-LP weiß ich nicht viel, es scheint sich möglicherweise um einen Versuch zu handeln, das Interesse, dass die Soweto-LP von Rough Trade erzeugt hatte, auszunutzen. Die musikalische Qualität scheint mir nicht so hoch wie auf der Soweto-LP zu sein, aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.

"Soweto Street Music. The Definitive Collection" (Audiotrax ATX LD04, DoLP, 1984)
Kati Elimnyama "E Goli" / Kid Malume "Ingwavuma Blues" / Phillip Encobo "Lady Smith" / Amentkentshane "Angisenaba" / Umazambana "Imali Impamde" // Zuleliphezulu "Iphenduka" / The Special Five "Mngani Wami" / The Special Five "Nangu Lostosti" / Abafana Besishingishane "Hambani Magoduka" / The Editions "U Jojo" // Super Tens "Indodiyakhuluma" / Super Tens "Khathazile Yini Ngawe" / Super Tens "Kant ' Uyintombenjani" / Super Tens "Usithathaphi Isibindi" / Super Tens "Ngiyazisola" // Uthawolfu Amentkentshane "Izinduku Zikhalemini" / Uthawolfu Amentkentshane "Ntombi Ngiyakuthanda" / Uthawolfu Amentkentshane "Bach ' Ababengihleka" / Amentkentshane "Kwangiqond ' Ukuhlupheka" / Amentkentshane "Isikhwele Sakho Siyamangaza" / Amentkentshane "Wafawaphel ' Umuzi Kababa"
(download)

Summary: Another compilation of township music from South Africa released in 1984.

17.3.07

Schools are Prisons


Als ich diese Single vor 10 Jahre beim Malibu-Versand bestellte war mir schon klar, dass das nicht echt sein konnte, aber hören wollte ich es trotzdem. Die Aufmachung ist eine glatte Unverschämtheit und erweckt den Eindruck, es seinen die echten Sex Pistols, aber es ist wieder eine gut gemachte Fälschung aus dem Hause von Dave Goodman, obwohl Johnny Rotten nie einen Text über die englischen Schulen gemacht hätte, weil seine (und unsere) Feindbilder mindestens eine Nummer größer waren. Es gibt noch weitere Sex Pistols-Fälschungen, die ich nicht kenne, aber gerne mal hören würde, insbesondere die Sexlss Pistols "Deny"-LP. Vielleicht kann ja jemand weiterhelfen? Genauere Information übder die Dave Goodman-Fälschung findet ihr nach der Summary.

Sex Pistols "Schools are Prisons"/"Revolution in the Classroom" (S.T.P.Records STP-0, 7", 1989) (download)

Summary: Another example of Dave Goodmans Sex Pistols fakes: "Schools are Prisons" and "Revolution in the Classroom" were also included on some crappy Sex Pistols compilations. And there are even more recordings which I really would like to hear, especially the "Deny" album by Sexless Pistols, so if someone could post this stuff I would be very grateful.


  • Land Of Hope And Glory
  • Land Of Hope And Glory (extended)
    fake-recordings with David Spiers (voc), Dan Wiseman (gtr), probably also Chris 'Panic' Free (gtr) and Andrew Bor (dr), recorded 1979/80, London Synthphoney Orchestra recorded around 1983/84 played by Dave Goodman and Dave Rose
  • The Flowers Of Romansk
  • The Flowers Of Romansk (extended)
    fake-recordings by Dave Goodman 1983/84, probably using old Sex Pistols live-recordings
  • We're Dancing On The Dole
  • The Great British Weekend
  • Cliches
  • Nicotine Addict
  • Daily Life
  • Can't See The Bars 'Till We Try To Get Out
  • Factory
  • Don't Fear That Your Life Will Come To An End Only Fear That It Won't Begin
  • Schools Are Prisons
  • Judging Minds
  • Boasting
  • Revolution In The Classroom
  • Happy Families
  • un-named song
    fake-recordings with Dave Goodman, Dave McIntosh (guitar), Glen Matlock (bass on 2 tracks, co-writer of 'Happy Families'), 'Tony Rotten' (vocals) recorded early 1988

  • Anarchy in the UK (unplugged)
  • Sex On 45 (medley)
  • The Swindle Continues (version of 'The Great Rock'N'Roll Swindle')
  • Wedding Day
  • Remedies and Cures

tracks released on the following records:
  • Ex Pistols "Land Of Hope And Glory"/"The Flowers Of Romansk" (1984) Virginia Records 7"/12"
  • Sex Pistols "Schools Are Prisons"/"Revolution In The Classroom" (1989) STP Records STP-0 7"
  • Sex Pistols "We Have Cum For Your Children (Wanted: The Goodman Tapes)" (1988) Skyclad LP
  • Sex Pistols "Pirates of Destiny" (1988) SKYCLAD LP
  • Sexless Pistols "Deny" (1992) Mandala Records LP
  • Dave Goodman "DENIAL OF A GOODMAN - The album the Sex Pistols never released" (200?) Vagina? Records CD - contains probably even further fakes that are not listed above>
  • Sex Pistols "THE SWINDLE CONTINUES" (1988) VAP 1988 DoLP

Further informations: http://www.acc.umu.se/~samhain/summerofhate/notpistols.html

16.3.07

Land of Hope & Glory


Dave Goodman war nicht nur der Soundmann der früheren Sex Pistols bei Konzerten und Demo-Aufnahmen, er war die Quelle für viele Sex Pistols-Veröffentlichungen zweifelhafter Qualität und hat sogar Sex Pistols-Aufnahmen "gefälscht". Dies ist glaube ich die bekannteste, auch wenn es ziemlich offensichtlich ist, dass hier nicht die echte Band spielt, doch die Kopie ist ziemlich gut und es macht auch Spaß sie anzuhören. "The Flowers of Romance" ist ein nie im Studio aufgenommenes Sex Pistols-Stück, eigentlich nur eine chaotische Improvisation als Einstieg ins Konzert, zu hören in 3 verschiedenen Version auf der 2002 erschienen 3-CD-Box aller Aufnahmen der Pistols mit Johnny Rotten. "The Flowers of Romance" war übrigens auch der Name einer Frauenband mit Sid Vicious am Gesang und Saxophon (Hilfe!, allein sich diese Kombination auch nur vorzustellen...), und später Titel eines Stücks und einer LP von PIL. "The Flowers of Romansk" ist eine Montage von Dave Goodman aus verschiedenen originalen Soundfetzen der Sex Pistols, unter anderen aus der Live-Version vom Auftritt im Screen on the Green in 1976.

The Ex Pistols and The London Synthphoney Orchestra "Land of Hope & Glory" (Virginia Records 12 Pistol 76, 12", 1984)
"Land of Hope & Glory" (extended) (Elgar/A.C.Benson) Produced by ENGLAND / "The Flowers of Romansk" (extended) (Ellis Dee) Produced by Dave Goodman (Recorded live in '76) / Vocals Rotten Johnny / Drums Pull Cook / Guitar Steal Jones / Bass Posh Pen Bollocks / Synths Dave Rose
+ Sex Pistols "Flowers of Romance" (Live at Screen on the Green '76, Intro zu "Anarchy in the U.K.") (Cook/Jones/Matlock/Rotten) von der 3-CD-Box (Virgin SEXBOX1, 2002)
(download)

Summary: Dave Goodman was the soundman for the Sex Pistols and produced their early demos. After the demise of the band he was responsible for many crappy Sex Pistols LPs/CDs and he also created fake recordings of the band. The Ex Pistols-7"/12" from 1984 is an obvious fake, but it sounds quite good. I included the uncredited live-version of "Flowers of Romance" from the "Sexbox" release to show where the sound bits used for "Flowers of Romansk" came from.

15.3.07

Black Leather


Muß ich die Sex Pistols irgend jemand erklären? Ich hoffe nicht. Es gibt dutzende Bücher und noch mehr LPs/CDs, die in keinem Verhältnis zum ihrem musikalischen Gesamtwerk stehen. Trotzdem sind meines Wissens diese beiden Songs nur hier erschienen als Teil einer ansonsten total überflüssigen 6-Singles-Packung mit ihren bekannten Single-A-Seiten, nicht unähnlich der "Flogging A Dead Horse"-LP. Und eigentlich handelt es sich hier auch nicht mehr um die Sex Pistols, sondern um Paul Cook und Steve Jones kurz bevor sie zu den Professionals wurden. "Here We Go Again" ist okay, aber "Black Leather" klingt sehr hardrockig.

Sex Pistols: "Black Leather" (Cook/Jones) / "Here We Go Again" (Cook/Jones) / Produced by Cook and Jones / von der 6x7"-Package "Pistols Pack" (Virgin Sex 1-6, 1980) (download)

Summary: These 2 tracks are probably the rarest Sex Pistols tracks, only released as part of the "Pistols Pack" in 1980 which consisted of 6 singles with the most obvious Pistols tunes, similar to the "Flogging A Dead Horse" compilation. In fact these aren't the Sex Pistols but Paul Cook and Steve Jones after finishing the "Great Rock'n'Roll Swindle"-soundtrack and before forming The Professionals. "Here We Go Again" is okay, but "Black Leather" is way too much hard rock.

14.3.07

Soweto


1983 trat King Sunny Ade mit seinen African Beats beim Rockpalast Festival in der Grugahalle auf und brachte das Thema afrikanische Musik erstmalig massiv in die Öffentlichkeit. Es war jedoch nur ein kurzes Strohfeuer, mehr Erfolg hatte da erst Paul Simon 3 Jahre später mit seiner "Graceland"-LP, aber auch heute noch ist afrikanische Musik ein Nischenthema. Dabei ist der Begriff "Afrikanische Musik" ein bösartiges Klischee, denn die Musikstile der unterschiedlichen Regionen und Ethnien lassen sich überhaupt nicht über einen Kamm scheren. Oder glaubt irgendjemand ernsthaft, französische Chansons, böhmische Polka, finnischen Tango, Flamenco und Sirtaki könne man einfach so auf eine CD zusammenmantschen und das glaubhaft als typisch europäische Musik verkaufen? Aber ich komme vom Thema ab. Im gleichen Jahr, als Island Records versuchte King Sunny Ade auf dem internationalen Musikmarkt zu etablieren, kam bei Rough Trade in London und dem Zensor in (West)Berlin der Sampler "Soweto" heraus, der die Wurzeln von Paul Simons "Graceland" dokumentiert, nämlich die Musik der südafrikanischen Townships, rau und voller Leidenschaft. Keine Ahnung wie authentisch die Sounds hier sind, ich vermute mal, es ist der Zusammenprall von traditioneller Musik mit modernen elektrischen Instrumenten. Und ich vermute weiter, dass es sich hier um ein echtes historisches Dokument handelt, weil heute auch in Südafrika alle nur noch mit Rap und Reggae das schnelle Geld machen wollen. Mehr afrikanische Musik findet ihr immer wieder bei Zero G Sound.

"Soweto" (Rough Trade Rough 37, LP, 1982)
New Lucky Boys "Jane" / Kid Bera-Bera and Mister King Jerroo "Katanga Country" / Unknown "Nobamba" / Unknown "Wilburforce" / S. Tshabalala "Bonakele" / Unknown "Saulsville" / New Lucky Boys "Indoda" / Steven Phiri "Malangabi D-One" / S. Tshabalala "Ukwenza Kwendoda" / John Motha "Zulu Boy" / Unknown "Queen Shikwambani" / Elfas Zondi "Umkumbani" / Saul Malapane and Mister King Jerroo "Here We Come" / Albert M'Kosane "Amaswati Special"
+ Soweto Selection (Masterbag BAG007, 7"/33.3rpm flexi disc, o.J.)
Unknown / Albert M'Kosane (Title unknown)
(download)

Summary: In 1983 Rough Trade Records released "Soweto", a compilation with rough and enthusiastic sounds from South African townships. 3 years later Paul Simon used this music for his "Graceland" album, but this is the original stuff. I included the 2 tracks from the Masterbag flexi disc which were not included on the original album. Masterbag was a promotional magazine issued by the independent British distributor The Cartel. It would be a nice idea if someone could compile all the tracks from these flexi discs and post them somewhere because I think these were mainly recordings not available anywhere else. And the same goes for the legendary flexi discs included with FlexiPop magazine with exclusive tracks by BowWowWow, The Jam, Adam an the Ants, The Selector and many more. (Smash Hits had flexi discs too, but the one I have has just 2 single tracks by XTC and The Skids with some promotional voice over). Or what about the rare promotional release "The FlexiPop Album"? More African music can be found at Zero G Sound.

Update (21.11.2007):
Matsuli Music reposted this album and added these informations:
Rough Trade turned their back on distributing South African material when they realised that a percentage of sales revenue was being paid through to the South African government. Earthworks were dropped from Rough Trade distribution because of this hard-line position. Looking at it now and re-reading the notes on the LP it seems quite apparent that this Soweto LP was a bootleg anyway and unless someone out there corrects me I'm not sure any money got to the artists.

13.3.07

School Rules


Dies ist die erste Single vom Frauenquartett Tour de Force. "School Rules" ist hier das bessere Stück und es hat auch gar keinen so schlechten Text. Abgesehen davon stehe ich ziemlich auf mehrstimmigen Gesang. Leider weiß ich nicht viel über die Band, außer dass die Gitarristin Deirdre Cartwreight früher mit Enid Williams und Kim McAuliffe bei Painted Lady spielte, aus denen dann Girlschool entstanden. Nachdem ich das vor ein paar Wochen im Internet ergoogelt hatte macht die Musik von Tour de Force plötzlich mehr Sinn (soll heißen, ich weiß endlich eine Schublade, wo ich sie stecken kann). Ich vermute mal, dass die Band sich um 1982 herum wegen Erfolglosigkeit auflöste. Deirdre Cartwreight entdeckte dann Jazz und Blues für sich und tauche später bei der BBC-Show "Rockschool" auf, was vermutlich ein TV-Gitarrenlehrgang oder so war, zusammen mit ihrer Schwester (?) Bernice. Deirdre Cartwreight tritt heute mit ihrer eigenen Band auf Frauenrockfestivals auf und spielt "noizy Jazz". Bernice Cartwreight habe ich auf der Webseite der Ivy Benson and her All Girls Band entdeckt mit dem Hinweis "verstorben". Viv Corringham ist glaube ich heute als Sängerin in der amerikanischen Kunstszene unterwegs. Falls irgendjemand mehr über Tour de Force weiß und ob es noch mehr Platten von ihnen gibt würde es mich freuen davon zu erfahren.

Tour De Force "School Rules" (Phantom Records Pan 1, 7", 1981)
"School Rules" (B Cartwright / D Cartwreight) produced by Brian Marshall engineered by Paul Lindsay / "We Don't Talk" (B Cartwright / D Cartwreight) produced by Tour de Force engineered by Phil Coleman / Deirdre Cartwreight Guitars and Vocals / Viv Corringham Lead Vocals / Val Lloyd Drums and Vocals / Bernice Cartwright Bass Guitar and Vocals / Photographs by Maureen Donnolly / Art by Garrett and Ewart for Assorted iMaGes
(download)

Summary: This is the first 7" from Tour de Force. When I found out that Deirdre Cartwreight was once playing with Enid Williams and Kim McAuliffe in a band, which later evolved into Girlschool, it all made sense to me. Deirdre Cartwreight was later a presenter for the BBC show "Rockschool" and today performs noisy jazz with her own group. Her sister (?) Bernice later played with Ivy Benson and her All Girls Band. Viv Corringham seems to be involved with the American art scene. If somebody has any further information about Tour de Force, and whether they ever released another record, I would be glad to hear about it.

12.3.07

Undecided


Diese Single von Tour de Force bekam ich vor ungefähr 24 Jahren von meinem Bekannten Thomas B. geschenkt, vermutlich weil niemand sie ihm abkaufen wollte. Klar, dass sie ihm als Joy Division-Fan nicht gefiel, denn die A-Seite war Pop mit etwas Disco- und Hard-Rock gemischt, und die Rückseite war noch mehr Hard-Rock. So richtig wavig sahen die Mädchen auf dem etwas amateurhaften Single-Cover auch nicht aus, aber mir gefiel "Undecided", und auch heute noch kann ich das Stück so halbwegs auf der Gitarre mitspielen, okay, das Solo eher weniger. Einen Monat später fand ich noch eine Single auf dem Flohmarkt Hannover, aber dazu morgen mehr.

Tour De Force "Beat The Clock" (Wongo Records Wongo 1, 7", 1981?)
"Beat The Clock" (B Cartwright / D Cartwreight) engineered by Rik Walton / "Undecided" (B Cartwright / D Cartwreight) engineered by Rik Walton / Laurie Latham / Recorded at The Workhouse, Old Kent Rd., London / Produced by Tour de Force / Artwork / Sleeve Design by Sue Blanks
(download)

Summary: Tour de Force is a female quartet from the U.K. from around 1981. This is their second single and I especially like the flip side "Undecided" which is some kind of poppy hard rock. The other track is more pop with some disco elements.

11.3.07

No Age


Dieser Post wird Euch und mir von Lucky von Border Music gespendet: No Age ist ein "unbesungener" Klassiker der Avantgarde-Musik-Szene. Hier sind keine Jazzer am Werk, sondern Punks und Rocker, und sie versuchen sich an allem, an Improvisationen, an ziellosem Genudel direkt aus der Hölle des Institut für Gitarren-Technologie, am Herumhacken auf den Tasten des Synclavier, an traditionellen Melodien und Harmonien, am komplettem Ausflippen, schön kontrastreich zusammengestellt so dass den HörerInnen nie langweilig wird. Ein zeitloses Dokument über die musikalischen Möglichkeiten der Rockmusik jenseits des Diktates von Gesang und Text, das Tor zu einem anderen Universum. HÖRT - ES - AN! JETZT (Peitschenknall)!

"No Age - a compilation of sst instrumental music" (SST Records SST 102, DoLP/CD/MC, 1987)
Black Flag "Southern Rise" / Blind Idiot God "Dark And Light" / Henry Kaiser "Sugagaki For Conlon" / Elliott Sharp "Shopping Maul" / Lee Ranaldo "Florida Power" // Lawndale "March Of The Melted Army Men" / Glenn Phillips "Vista Cruiser" / Pell Mell "Cinnecitta" / Paper Bag "Faith Opaque" // Scott Colby "Let's Go Places And Eat Things" / "Lawndale "Days Of Pup And Taco" / Paper Bag "Priests On Drug" / "Universal Congress Of "Chasing" / Steve Fisk "Johnny Smoke 'Swamp Thing'" // Gone "Left Holding Bag" / Alter Natives "Over The Counter Culture" /Elliott Sharp "Diurnal" / Fred Frith & Henry Kaiser "The Trace" / Gone "Insidious Detraction" // sequencing by Michael Whittaker
(download)

Summary: If you are interested in punk and instrumental music there is no way to ignore SST Records from Lawndale California, home of Black Flag (check out their "The Process of Weeding Out"-12" which must have annoyed 99% of all previous Black Flag listeners), Minutemen und Hüsker Dü (check out "Reoccurring Dreams" from the "Zen Arcade" double album), but they also released stuff by Henry Kaiser, Sonic Youth, Blind Idiot God, Lawndale just to mention a few. Anyway in 1987 they compiled some instrumental tracks from previous releases for the double album "No Age". It's a wild journey through various styles of music and an eye opener for those who think music without lyrics is a waste of time and they all sound the same like "Cry like a shadow" and "Flying" by the Beatles. The tracks range from ugly prog-rock to aggressive free-form punk to atmospheric soundscapes and of course some surf, some tracks fully arranged and some completely improvised. By the way, has anybody already posted the "Tellus #10: All Guitars!"-MC or the "guitarrorists" double album? Some instrumental gems can also be found on the "Everything you always wanted to know about 60's mind expansive garage rock instrumentals but were afraid to ask"-cd though I'm not a big friend of Rock'n'Roll instrumental music as they rarely get beyond that same old boring Blues song scheme like G G G G C C G G D C G G. And avoid listening to the albums released by No Speak-Records, the ones I know are disappointing, especially the one by Wishbone Ash. And thanks to Lucky from Border Music for allowing me to post this record!

10.3.07

Guitar Beat


The Raybeats waren eine Instrumenalband aus New York und bestanden aus ehemaligen Begleitmusikern des No Wave-Saxophonquälers James White/Black/Chance (ihr erster Bassist George Scott starb an einer Überdosis Heroin). Daher ist diese von Surfmusik inspirierte Musik für 1981 eher überraschend und passte so gar nicht in die Zeit von New und No Wave. Und ich frage mich, wie andere es immer schaffen soviel zu schreiben über die geposteten Platten, aber ich war noch nie gut in Plattenrezensionen, ich kann nur sagen, diese Platte habe ich seit 20 Jahren nicht mehr gesehen, also scheint die Band völlig vergessen zu sein, aber Musik ohne Texte ist offenbar ein Minderheitenthema in der Popwelt, ist wahrscheinlich auch für die meisten Musiker zu anstrengend. Merkwürdigerweise hat es das Necronomikon Quartett gestern Abend geschafft 2 neue (Instrumental-)Stücke zu machen, aber das eine entstand aus einer Session mit sehr langer Delay-Einstellung und das andere basierte auf einem Konzept, dass mir bei der Erinnerung an ein Stück von This Heat einfiel, die Stücke haben also keine festen Arrangements, sind eher nur Gerüste für Improvisation. Aber steht nicht bei "Improvisation" von Derek Bailey (muss ich endlich mal lesen), dass Kompositionen eigentlich eine Abfallprodukt von Improvisationen sind? And now for something completely different: Grüße an den Twilightzone-Blog, wo ihr neben den Milkshakes auch viele Rock'n'Roll-Instrumentals finden könnt. Und Grüße auch an Dorfdisco Braunsfeld, der vor kurzem die erste Raybeats-EP repostet hat.

The Raybeats "Guitar Beat" (don't fall off the Mountain X7, LP, 1981)
Tight Turn (Irwin/Harris/Christensen/Scott) / Big Black Sneakers (Irwin/Harris/Christensen/Scott) / Holiday Inn Spain (Irwin/Harris/Christensen) / Tone Zone (Irwin/Harris/Christensen/Scott) / International Operator (Irwin/Harris/Christensen/Scott) / Calhoun Surf (Amis) / Guitar Beat (Irwin/Harris/Christensen/Amis) / Searching (Irwin/Harris/Christensen/Scott) / Piranha Salad (Irwin/Harris/Christensen/Scott) / Andy's + 1 (Irwin/Harris/Christensen/Scott) / The Backstroke (Irwin/Harris/Christensen) // Cocktails (Irwin/Harris/Christensen/Scott) // International Operator (live) (Irwin/Harris/Christensen/Scott) / Rise and Fall of Flingel Bunt (live) (Marvin/Bennet/Welch)
Don Christensen - Drums / Pat Irwin - Acetone, alto, saxophone / Jody Harris - Guitar Danny Amis - Bass
12. von der 7" "Holiday Inn Spain"/"Cocktails" (don't fall off the Mountain Z10, 1981)
13.+14. von der LP "Start Swimming" (Stiff SINK 1, 1981)

(download)

Summary: The Raybeats were an instrumental quartet from New York from the height of New and No Wave. The band was formed from musicians who played formerly with James White/Black/Chance but they sound completely out of time. Listen to their first album, the flip side of their "Holiday Inn Spain"-7" and the 2 tracks from the "Start Swimming"-compilation.

Ununterbrochen unterbrochen

"Was macht die Zeit, wenn sie vergeht?", wollte Albert Einstein gleichsam poetisch wissen. Die Zeit vergeht eigentlich gar nicht. Das ist ein viel zu epischer Ausdruck. Sie wird vielmehr zerbrochen durch Unterbrechungen. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass der Büromensch spätestens alle elf Minuten nachhaltig unterbrochen wird, wenn er an etwas arbeitet. Ist die Unterbrechung vorbei, macht er erst etwas anderes, ehe er wieder an seine Aufgabe geht, wobei es dann im Schnitt acht Minuten dauert, ehe er in der Arbeit wieder richtig drin ist. Kein Wunder, dass es mit dem Aufschwung so langsam geht.

Jean Jacques Rousseau lebte vor der Erfindung von Telefon, Handy und e-mail. Er musste nach Tisch zwei Stunden laufen, um einen Brief aufzugeben und hernach wieder zwei Stunden zurück. Sein Werk umfasst mehr als 12 000 Seiten. Bei Leibniz sind es noch viel mehr. Beide konnten ihre gewaltigen Werke nur schreiben, weil sie noch in einer Bastion von Unerreichbarkeit lebten. Heute schafften sie im Zeitalter des Kurzdenkens allenfalls Kurzschriften, weil sie ununterbrochen unterbrochen würden. Botho Strauß hat schon vor einem Jahrzehnt in "Paare, Passanten" vermutet, dass die Weltliteratur nur entstehen konnte in jener heute schon vergessenen vortechnisierten Welt. Sentimentalität ist sicher falsch. Aber hat die "Zeit" nicht auch recht, wenn sie schreibt: "Das zersplitterte Bewusstsein der Unterbrochenen ist die herrschende Geisteshaltung unserer Zivilisation."?

Die heutige sozial vermittelte Aneignung des Lebens - alle Aneignung des Lebens ist sozial vermittelt, wie uns Susan Sonntag gelehrt hat - ist die Erziehung zum Kurzdenken. Kurz denken, schnell und kurz schreiben. Das ist nicht nur schnell unhöflich, wie Fontane schon wusste, sondern auch schnell simpel, oberflächlich und falsch. Die Überinstrumentarisierung unserer Kommunikation mit e-Mail und Handy hat nicht nur die Schlagzahl von Kontakten, sondern auch die Schlagzahl des Zwangs zur schnellen Antwort erhöht, begleitet vom Fluch der unentrinnbaren Erreichbarkeit durch das Handy. Die wundervollen Kommunikationsmöglichkeiten unserer Tage führen zu einer Entwertung unserer Lebensqualität durch zu hohe Multiplizierung. Weniger wäre manchmal mehr. Der Stress unseres Jahrhunderts ist das Leiden an der Multiplikation der Erwartungen durch schnelle Kommunikation und an unserer fehlenden Zeit zu ihrer Erfüllung.

Das meiste Geld lässt sich heute mit Seminaren über Zeitmanagement verdienen und mit der Beratung von Unternehmen darin, wie die Führungsleute Zeit zum Nachdenken bekommen, weil am teuersten kommt, was nicht zu Ende gedacht ist. Die Technik wird immer perfekter, schneller, kleiner, billiger. Die Schwachstelle in der Kommunikation ist allein der Mensch, der an einen Punkt kommt, an dem er nicht mehr mehr und schneller kommunizieren kann. Erfolgreiche Kommunikationstechnologie der Zukunft wird deshalb jene sein, die das technisch Machbare auf das dem Menschen Mögliche spezifiziert. Alles andere wird nicht weiter zu einer Humanisierung des Lebens und einer effizienteren Arbeitswelt führen, sondern in das Gegenteil umschlagen.

vG

gefunden in: Rundblick Nord-Report, Jahrgang 2007/Nr. 044, 7. März 2007, Drei Quellen-Verlag, Hannover

9.3.07

Orang-Outang


BowWowWow waren bekanntlich der zweite Versuch von Malcolm McLaren, die Popmusik nach seinem Geschmack zu manipulieren. Hat auch diesmal nicht richtig geklappt trotz Kindersex und Dschungelpop. Geblieben ist aber ein starkes Images, das auch bestimmt war von immer wieder eingestreuten Instrumentalstücken. Und BowWowWow sind auch ein Bespiel für den katastrophalen Zustand der Musikszene heute, weil junge Bands heute nur noch rocken und gleich klingen wollen, anstatt mal wie BowWowWow kreativ die Musikgeschichte und andere Kulturen zu plündern (sorry, aber gerade läuft im Hintergrund ein Videomitschnitt vom Rockplast mit den wirklich grausamen Boozed mit einem gestümperten Misfits-Cover, und wahrscheinlich denken die, das wäre ein Stück von Metallica).

BowWowWow:
(1) "Orang-Outang" (Ashman-Barbarossa-Gorman) von der 7" "Mickey, put it down"/"Orang-Outang" (RCA PB-13060, 1982) und der LP "See Jungle! See Jungle! Go Join Your Gang, City All Over! Go Ape Crazy!" (RCA PL 25376, 1981)
(2) "El Boss Dicho!" (Ashman-Barbarossa-Gorman) von der 7" "Go Wild in the Country"/"El Boss Dicho!" (RCA 175, 1982)
(3) "Sex" (Ashman-Barbarossa-Gorman) von der 7" "Fools Rush In"/"Sex" (EMI 5344, 1982) und der LP "Original Recordings" (EMI 1 A 064-64890, 1982)
(4) "Theme 'A'" (Ashman-Barbarossa-Gorman) von der LP "Original Recordings" (EMI 1 A 064-64890, 1982)
(5) "BowWowWow" (Ashman-Barbarossa-Gorman) von der LP "Original Recordings" (EMI 1 A 064-64890, 1982)
(download)

Sunmmary: Does anybody remember BowWowWow? Have some wild rhythms and twangy guitars! Teen-Sex-Pop created by Malcolm McLaren, (not) the inventor of the Sex Pistols, compiled from musicians who played formerly with Adam Ant and the Monochrome Set and a 14 year old Burmese girl Malcolm met at the cleaners (and now the video from Rockpalast shows Fotos, some kind of German indie rockers with out-of-tune guitars, but their singer is no good, go and check out Trend, they are much more punk mixed with ndW-rhythms and melodies and have a great angry vocalist).

8.3.07

Nichts ist ewig


Dies ist ein Stück von der Düsseldorfer ndW-Band Nichts, erschienen auf der "Tango 2000"-Single, und es ist ein bißchen stumpf. Interessanter ist "Ein stiller Gruß", eine Art instrumentaler Remix von "Deutsches Lied". Nichts hatten ihre Wurzeln in der Punk-Band KFC und Meikel Clauss war einer der wenigen ndW-Gitarristen, der sich traute, sich in den Vordergrund und unverzerrt zu spielen (Verzerrer lassen ja auch schlechte Gitarristen fehlerfrei klingen, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen). Später drehte er mit Belfegore völlig ab und ist heute Heilpraktiker. Bei Nichts stieg er nach der zweiten LP aus, weshalb deren letzte LP im ndW-Mittelmaß unterging.

Nichts: "Nichts ist ewig" (M.D. Clauss) von der 7" "Tango 2000"/"Nichts ist ewig" (WEA 19 176, 1982)
"Ein stiller Gruß" (M.D. Clauss) von der LP "Tango 2000" (WEA 58 430, 1982)
Andrea Mothes: Gesang / Meikel Clauss: Gitarre / Chris Scarbeck: Bass / Tobias Brink: Schlagzeug
(download)

Summary: 2 instrumental tracks from Nichts, a ndW-Band from Düsseldorf, famous for their hit singles "Radio" and the controversial "Deutsches Lied". Meikel Clauss, former member of Tommi Stumpf's punk band KfC, was one the few guitar players from that scene who dared to show his playing abilities despite the dogma that guitar heroes are boring old farts.

7.3.07

Truth Or Consequences


Instrumentalmusik ist ja eher im Jazz als in Rock und Pop zu finden, wahrscheinlich weil Jazzmusiker oft ideenreicher sind. Henry Kaiser und Bill Frisell gehören als Gitarristen und Grenzgänger zwischen Rock, Jazz und Avantgarde zu der seltenen Spezies der interessanten Saitenquäler. Dieser Track ist vermutlich auf keiner regulären Veröffentlichung der beiden zu finden, denn er erschien auf einer Flexidisc des amerikanischen Guitar Player Magazine 1986 zusammen mit einem Interview der beiden und detaillierter Beschreibung, wie die Aufnahme entstand. Daher habe ich den Downloadpaket auch die Grafik über den Aufbau des Stücks beigefügt.

Henry Kaiser & Bill Frisell: "Truth Or Consequences" (B. Frisell & H. Kaiser) von der Flexidisc "Guitar Player Magazine Soundpage #21" (Eva-Tone Soundsheets 8609712AXS, 1986) / Henry Kaiser - Guitar, Synclavier / Bill Frisell - Guitar, Synclavier
Equipment used on "Truth Or Consequences": Synclavier with 10Mb [Megabyte] Winchester hard drive, 4Mb internal sampling R A M, VT keyboard, guitar interface, Kennedy tape drive, and Pericom monitor terminal / Akai MG1212 12-track Mixer/recorder / Lexicon Model 200 digital reverb / Howard Dumble tube preamp / 1950s Fender Stratocaster modified with Floyd Rose tremolo and Alembic pickups / Pete Cornish Fuzz / Modulus Graphite Thru-Body controller guitar
(download)

Summary: This track by Henry Kaiser and Bill Frisell was released on a flexi disc together with Guitar Player Magazine in 1986 and is an early example of sampling versus electric guitars, created with only with a 10Mb hard drive and 4Mb RAM. But remember that the NASA flew to the moon with even smaller computer capacities and still uses no Windows for their space shuttles - probably for security reasons.

6.3.07

Handling The Big Jets


Als ich diesen Blog begann war eine der Ideen, Instrumentalrockmusik zu präsentieren. Diese Idee möchte ich diese Woche wieder aufgreifen. Den Anfang mache ich mit The Members, bekannt durch ihre Hit-Single "The Sound Of The Suburbs" von 1979. Auf der Rückseite der Single findet sich "Handling The Big Jets", ein Stück, dass genauso wie die A-Seite die beiden sehr unterschiedlichen Sounds der Gitarristen Nigel Bennett und "J.C." Carroll herausstellt, verzerrte Les Paul gegen unverzerrte Stratocaster, also Punk versus Surf. Hinzu kommt die sehr kontrastreiche Produktion von Steve Lillywhite, Bruder des Schlagzeugers der Members.

The Members: "Handling The Big Jets" - Music Payne
von der 7" "The Sound Of The Suburbs"/"Handling The Big Jets" (Virgin VS 242, 1979)
Nicky Tesco - Vocals / Chris Payne - Bass/Vocals / Nigel Bennett - Lead Guitar / Adrian Lillywhite - Drums / "J.C." Carroll - Rhythm Guitar/Vocals / Produced by Steve Lillywhite
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Summary: When I started this blog one idea was to have a look at instrumental rock music. Here is a track by The Members, famous for "The Sound Of The Suburbs" from 1979. "Handling The Big Jets" was the flip side of that 7" and is a great cross between punk and surf music.

5.3.07

Die neue SPEX


Ein paar Tage lag das neue Heft herum, weil üblicherweise muss das alte Heft erst mal fertig durchgelesen sein. Dann aber nahm ich es trotzdem zur Hand, gefordert mir zu dem bereits ausgebrochenen Meinungssturm eine eigene Meinung zu bilden. Das Titelblatt ist schlapp, der abwaschbare Umschlag irritiert, und das Editorial habe ich nicht verstanden, was daran liegt, dass es sich hier um die Art pseudointellektuellen Text handelt, der dem Gegner hämisch dessen eigenen Zitate um die Ohren haut, um zu beweisen, dass er Unrecht hat. Das geht hier aber in die Hose weil die Zitate einer Sprache entnommen sind, die heute so nicht mehr gesprochen wird, bzw. die Worte, die damals ihre Bedeutung in einen bestimmten Zusammenhang entfalteten, so heute nicht mehr funktionieren, was insbesondere für den Begriff "Pop-Theorie" zutrifft. Was soll das heute denn noch sein (eine Frage, auf die auch Kölner SPEX-Redaktion zuletzt keine Antwort mehr wusste)?. Der gravierenste Fehler an dem ganzen Text ist jedoch, das er es nicht schafft, einen eigenen Standpunkt zu entwickeln, von dem aus die Kritik nachvollziehbar wäre. Sicher war es damals ein Fehler von Diedrich Diederichsen, mit seiner Feststellung "The Kids are not alright" auf die Nazis in Baseball-Caps abzustellen, denn vielmehr war an diesem Punkt der mythische Zusammenhang zwischen Pop und linker Politik (hallo Peter Rüchel!) als das entlarvt worden, was er von Anbeginn war, nämlich eine Lebenslüge, gepflegt von der deutschen Pop-Musik-Szene seit 1968 (okay, eigentlich von der deutschen Rock-Szene, die anderen waren ja Schlager und echter Pop kam immer aus England oder den USA, bis dann SoundS ab 1980 begann, auch Pop als linkes Kulturmedium zu entdecken) . Doch das bemerkt die neue SPEX-Redaktion nicht, und so klingt ihr trotziges "The Kids are alright" wie eine (un?)freiwillige Umarmung von Pop-Nazis. Dabei ist die viel offensichtlichere Frage doch, ob denn die Kids jemals "alright" waren, ob Jugend (und Rock/Pop als ihr kultureller Ausdruck) an sich ein positiver Wert ist (Hans-Martin Schleyer hat ja bei seinen Gesprächen mit seinen RAF-Entführern darauf hingewiesen, dass er und seine SS-Kameraden damals auch Idealen gefolgt seien - eine Feststellung, deren Konsequenz sich ja die deutsche Linke bis heute nicht gestellt hat). Diese Frage aber ignoriert die neue SPEX-Redaktion, weil sie den Mythos Pop-Theorie erhalten möchte, offenbar um einen Art Kontinuität mit der "SPEX-Tradition" zu behaupten. Insofern trifft dann auch die ins Mark zielende Kritik von Jochen Distelmeyer an der Kölner SPEX-Redaktion von den "House-Negroes" auch auf die Berliner SPEXler zu. Aber das Heft ist klüger als die Redaktion: die Texte sind nicht mehr so theorielastig, sondern beschreibender, aus den Plattenkritiken erfahren die Leser tatsächlich wie die Musik klingt und auch habe ich das Gefühl dass hier mehr verrissen und weniger gelobhudelt als in den letzten Jahren in Köln. Der Kulturteil wurde deutlich eingedampft, aber plötzlich findet Klassik wieder Erwähnung. Auch die CD zeigt in eine etwas andere Richtung, ein Stück von Martin Kippenberger wäre so früher nicht möglich gewesen, weil nicht mit dem konservativ-ideologischen Indie-Kosmos kompatibel. Und es ist auch eine interessante Erfahrung, das Heft an einem Wochenende durchgelesen zu haben, was bedeutet dass das Lesen der SPEX auch wieder Spaß machen kann und nicht zur intellektueller Qual verkommt. Ob darunter die Inhalte leiden steht auf einem anderen Blatt, aber wenn "writing about music is like dancing about architecture", dann ist die Lesbarkeit eines Textes eine genauso wichtige Kategorie für seine Qualität wie die Frage, ob er sein Thema trifft oder nicht. Sachliche Richtigkeit ist allerdings auch nicht unwichtig, weshalb nicht nur der "Crazy Frog"-Lapsus peinlich ist, sondern auch Mike Watt nicht Mitglied von Firehouse ist, sondern von fIREHOSE war. Aber mein letzter Leserbrief an die Kölner SPEX war ja auch die Beschwerde, dass das Beatles-Stück "In my life" nicht "It's my life" heißt, was das größere Sakrileg ist. Insgesamt habe ich den Eindruck, dass hier auf das Durchschnittsalter des Zielgruppenprofils 10 Jahre draufgelegt wurden - und das scheint tatsächlich eine Möglichkeit des Überlebens der SPEX in den nächsten Jahren zu sein (weniger die Idee, die deutsche WIRE zu werden, obwohl es auch hierfür Ansätze im Heft gibt). Warten wir die nächsten Hefte ab. Das Januar-Heft liegt jedenfalls immer noch ungelesen herum.

4.3.07

Spec Records


I don't know if this record is a proper release or some kind of obituary. It contains 3 tracks from pragVEC, 7 by Spec Records and 3 by other groups but the personal is nearly always the same. I guess the idea was that because the tracks are so different they sound like they were recorded by different groups. On their website there is an interview with Jim Thirlwell of Foetus fame who was a member of pragVEC at that time where he says that being a member of pragVEC was such a bad experience that he decided to go solo. Probably to much democracy and discussion during practice sessions?

"Spec Records present ... 'No-Cowboys'" (Spec Records reSPECt 1, LP, 1980)
Spec Records "Laugh" (Gogan/Studholme) / pragVEC "Third Person" (Gogan/Studholme) / Spec Records "Nervous" (Gogan/Studholme) / Spec Records "Happey Valley" (Gogan/Studholme) / Couch Potatoes "Mens Casual Wear 1962" (Studholme/James) / pragVEC "Breaking Point" (Gogan/Studholme) / Vince Quince and his Rialto Ballroom Detectives "Your Your Lay Lay" (Gogan/Studholme) / Spec Records "By The Sea" (Gogan/Studholme) // Spec Records "Uh Oh Erotic" (Gogan/Studholme) / Spec Records "Welcom Home" (Gogan/Studholme) / Major Eddie "My Name's Eddie" (Gogan/Studholme/James/Hill) / Spec Records "You're The Gun" (Gogan/Studholme) / pragVEC & Art Moran "Cigar-Ettes" (live) (Gogan/Studholme)
David Boyd Bass / Nick Cash Drums / Norma Form Producer / John Glyn Tenor Sax / Susan Gogan Vocals, Wasp, "Speculator" Guitar, Bass, Harmonica / Keith James Wasp / Art "Reeds" Moran Alto Sax / Suresh Singh Broadway Kit, "Imperialist" Model Chad Valley Kit, Mono-Phied Bicycle, Vocals, ...and his mariwbo / John Studholme Guitar, Wasp, Bass, Drum Ma-chine, Casette Ma-chine, Radio, Vocals / Jim Thirlwell Wasp, Vacuum Cleaner, Alarm Clock, Vocals
pragVEC recorded Sept 79 at Easy Street / pragVEC & Art Moran recorded Oct 79 at Y.M.C.A. / Couch Potatoes/Major Eddie recorded Dec 79 at Markland Hse / Spec Records recorded May 80 at Rockstar / Vince Quince and his Rialto Ballroom Detectives recorded Jun 80 at Easy Street
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3.3.07

pragVEC again


This is the second single by pragVec, again classic Post Punk stuff. This time they had a proper producer but it didn't change their sound. By the way, their drummer is not the same Nick Cash as the singer from 999 but he later played drums for The Lines. On the French 12" (Celluloid LTD 1040, 12", 1979)" they mixed the running order of the songs: "Expert" / "Wolf" / "Cigarettes" // "Existential" / "Bits" / "The Follower".

"Expert" (Gogan/Studholme) / "The Follower" (Gogan/Studholme) (Spec Records SP002, 1979)
Batterie Nicholas Cash / Guitare John Studholme / Basse David Boyd / Chant Susan Gogan / Synthetiseur Susan / Choeurs John et David / producteur Bob Sargeant à Camden Soundsuite
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2.3.07

pragVEC


Yeah, this is classic Post Punk stuff, a great mixture of punk energy with new ideas. "Cigarettes" was also some kind of a hit then. I ripped the tracks of the "Bits"-EP from the French 12" released by Celluloid. On their website you can find some interviews from that time.

"Existential" (Gogan/Studholme) / "Bits" (Gogan/Studholme) / "Wolf" (Gogan/Studholme) / "Cigarettes" (Gogan/Studholme) (Spec Records SP001, 1978)
produit par pragVEC à Rockstar Studios
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1.3.07

Visitors


Another Band I know nothing about and that probably never released a second record. It was recorded at Cargo in Rochdale where a lot of Post Punk Bands recorded like The Fall, Gang Of Four, Deutsch Amerikanische Freundschaft just to mention a few. Visitors are not a typical Post Punk Band, on the "Electric Heat"-EP they sound more like some small town kids (2 brothers and school friends I guess) mixing punk with apre-punk influence - and they have great distorted bass and guitars sounds and a cool cover photo.

"Electric Heat" / "Moth" / "One Line" (Deep Cuts Deep One, 7", 1979)
John McVay - vocals, keyboards / Derek McVay - vocals, bass / Colin Craigie - vocals, guitar / Alan Laing - drums / Recorded at Cargo 16 track Studio, Rochdale 31.3.79 / Produced & mixed by Deep Cuts and Visitors with invaluable assistance from engineer John Brierley / Cover photography by Hilary K Kerr
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